Das OLG Bremen hat in seiner Entscheidung vom 16.08.2018 hervorgehoben, dass es keinen rechtlichen Vorrang des sog. Paritätischen Wechselmodells gibt. Die Entscheidung muss sich nach der Lage des Einzelfalls am Kindeswohl orientieren und das Wechselmodell muss unter Kindeswohlaspekten die vorzugswürdigere Betreuungsalternative darstellen.

In dem von dem OLG Bremen zu entscheidenden Fall war dies nicht gegeben. Ist das Verhältnis der Eltern erheblich konfliktbelastet, so liegt die auf ein paritätisches Wechselmodell gerichtete Anordnung in der Regel nicht im wohlverstandenen Interesse des Kindes, so das Gericht. Das gelte insbesondere, wenn die Wohnorte der Kindeseltern weit auseinanderliegen und zusätzlich eine verlässliche Planung wegen ständig wechselnder Arbeitszeiten eines Elternteils nicht möglich ist.

Nach Ansicht des OLGs setzt das Wechselmodell ein hohes Maß an funktionierender elterlicher Kommunikation voraus.

In dem vorliegenden Fall war die Entscheidung des OLG Bremen sicherlich richtig. Allerdings ist die Entscheidung, aus Sicht der Verfasserin, nicht geeignet als Leitsatzentscheidung für die Beurteilung eines Wechselmodells heranzuziehen, da dieser Fall viele Besonderheiten aufweist und damit eine Einzelfallentscheidung darstellt, wie sich auch aus der Beschlussbegründung ergibt.

Eine „Verallgemeinerung“ der Voraussetzungen sollte daher anhand dieser Entscheidung nicht erfolgen.

Hier der Link zur Entscheidung:

https://www.oberlandesgericht.bremen.de/entscheidungen/detail.php?gsid=bremen88.c.17611.de&asl=bremen88.c.2335.de

Fragen rund um das Wechselmodell beantworten wir Ihnen sehr gern. Als Ansprechpartnerin im Familienrecht steht Ihnen Frau Rechtsanwältin Denise Fromme gerne zur Verfügung.