Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass ein Familiengericht ein so genanntes paritätisches Wechselmodell auch gegen den Willen eines Elternteils, als Umgangsregelung anordnen darf.

Nach Ansicht des BGH enthält das Gesetz keine Beschränkung des Umgangsrechts, dass vom Gericht angeordnete Umgangskontakte nicht zu hälftigen Betreuungsanteilen der Eltern führen dürfen. Zwar orientiere sich das Gesetz an dem wesentlich häufiger anzutreffenden Umgangsmodell, in dem das Kind nur jedes zweite Wochenende beim Vater/ der Mutter sei, hiermit wollte der Gesetzgeber jedoch kein Leitbild festlegen. Solange die Eltern gemeinsam das Sorgerecht innehaben, spricht nach Ansicht des BGH nichts dagegen, dass dein Wechselmodell angeordnet werden kann. Der Senat weist allerdings auch darauf hin, dass entscheidender Maßstab für die Anordnung des Wechselmodells neben den beiderseitigen Elternrechten das Kindeswohl ist, welches in jedem Einzelfall zu prüfen ist.

Im Ergebnis wird das Wechselmodell wohl dann anzuordnen sein, wenn die geteilte Betreuung dem Kindeswohl im konkreten Fall am besten entspricht.

(BGH, 27.02.2017 Aktenzeichen XII ZB 601/15)